Marianne-Weber-Gymnasium Lemgo

Erziehungswissenschaft

"Kinder wollen nicht auf das Leben vorbereitet werden, sie wollen leben." Ekkehard von Braunmühl, Zeit für Kinder, 1996  

 

Liebe Schülerinnen und Schüler,

mit der Wahl dieses Faches lasst ihr euch auf ein interessantes, weil für jeden Menschen bedeutsames Themengebiet ein, auf dem ihr gewissermaßen bereits Experten seid: ihr habt in vielfältiger Art und Weise Erfahrungen mit dem Erziehen gemacht, einige von euch üben selbst schon erzieherische Verantwortung aus, z.B. im Sportverein, in der Kirchengemeinde, bei jüngeren Geschwistern oder beim Baby-Sitting, alle aber waren bzw. sind in der Rolle des „Zu- Erziehenden“. Wie immer auch die diesbezüglichen Erfahrungen in den beiden Rollenbereichen ausgefallen sein mögen, ihr werdet sicherlich bemerkt haben, wie schwierig es oft ist, das richtige angemessene Verhalten zu finden, den persönlichen Grundsätzen treu zu bleiben und die eigenen moralisch- ethischen Entscheidungsmaßstäbe nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Ziel unseres Faches ist es, Schülerinnen und Schüler nach und nach in das weite Feld der Erziehung einzuführen und hierbei aktuelle und erlebnisnahe Bezüge herzustellen. Ihr werdet im Unterricht sowohl Situationen und Prozesse kennen lernen, in denen pädagogisch gehandelt werden muss, als auch mit Problemen konfrontiert werden, die sich aus gesellschaftlichen Bedingungen und politisch- sozialen Erwartungen an Erziehung ergeben. Bei der Suche nach Antworten auf diese Probleme werdet ihr aufgefordert sein, Formen pädagogischen Handelns, aber auch Maßstäbe ihrer pädagogischen Reflexion und Bewertung zu entwickeln.

In unserem Fach gehören Anschauungs- und Praxisnähe auf der einen Seite (teilweise recht erlebnisnah mittels Exkursionen) und Abstraktion durch Theoriebildung auf der anderen Seite eng zusammen. Erkenntnisquellen sind Erfahrungen, in einigen Fällen Experimente, Filmmaterialien und  überwiegend schriftliche Berichte und wissenschaftliche Texte. Dass Faktenwissen erworben und Methoden (Textarbeit!) angewendet werden müssen, ist selbstverständlich. Das heißt, es muss bei euch die Bereitschaft vorhanden sein,

·  auch mit zum Teil sehr anspruchsvollen Texten umgehen zu wollen,
·  erhobenes Zahlenmaterial und Daten fachgerecht auszuwerten,
·  sich auf wissenschaftliches, methodisch und inhaltlich reflektiertes Denken einzulassen
·  sich in den Unterricht einzubringen, mit eigenen Erfahrungen und Sichtweisen (soweit einem das sinnvoll erscheint).

Das Fach Erziehungswissenschaft kann als Leistungskurs sowie auch als Grundkurs (3. oder 4. Abiturfach) gewählt werden; es gehört zum Aufgabenfeld "Gesellschaftswissenschaften".

Wissen als Grundlage qualifizierter Meinungs- und Urteilsbildung ist zu erlangen zu solchen Lebensbereichen wie Elternschaft und Kindererziehung, Berufsleben, Schulzeit, Erziehungsinstitutionen, Beratung und Therapie sowie Freizeit und Einstellung gegenüber Mitmenschen. Die thematische Streuung zeigt die erheblich allgemeinbildende Bedeutung des Faches. Dazu gehört auch die geschichtliche und politische Dimension der Erziehung.

Hier finden Sie die schulinternen Lehrpläne für Erziehungswissenschaft.